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Das Wörterbuch der Welttraumforschung |
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Meister Bix
Nachdem die Forscher Anfang 1999 die musikalische Mär vom Rattenkönig Ripolt III innerhalb ihrer auf vier Teile angelegten Zimmeroper-Serie abgeschlossen hatten fahndeten sie nach einem Protagonisten für das zweite Abenteuer innerhalb dieses Zyklus. Mit Meister Bix wurden sie mehr als fündig- kaum war dieser nämlich aufgetaucht und die ersten Lieder über sein Leben auf einem 8-Spur-Minidiskrecorder abgespeichert, da erwies es sich, dass die Reiseabenteuer des erstaunlichen Meisters aus Bretzelberg den Rahmen einer einzigen LP bei weitem sprengte. Verschiedene Pläne wurden nach Erlangung dieser Erkenntnis im Sommer 2000 geschmiedet, die allesamt der Verbreitung der wundersamen Erlebnisse von Bix, der durch die musikalische Geschichte der Forscher und darüberhinaus reist, dienlich sein sollten. Wie es im Moment aussieht werden ein paar LPs nicht genügen, um diesem unumgänglichen Dokumentationsprozess Genüge zu tun. Die erste geplante LP rund um Meister Bix soll je auf einer Seite die Teile Bretzelberg und Darktown enthalten. Ihr Musikfeld erweiterten die Forscher für die Aufnahmen von Meister Bix mit dem Einsatz eines Saxophons sowie eines neuen Drumcomputers, der ganz im Sinne des Meister Bix als eines Verfechters der Mikroelektronik selbst von derselben gesteuert wird. Und natürlich sind auch wieder viele Glockenspiele, Harmonikas und Gitarrensaiten auf der ersten Reise von Meister Bix zu hören.
Metaberge, die
Wer Metamorgen erreichen will, der muss dazu natürlich über die Metaberge gehen; ein höchst geheimnisvolles Gebirge, unter anderem Ursprungsgebiet der sogenannten dunklen Programme und möglicherweise auch Heimat von Mira aus dem Nordkristall. Ein Reiseführer durch die Metaberge in musikalischer Form könnte durchaus auf den zukünftigen Forschungswegen der WTF liegen.
Beim Herumklippern auf einem grossen Batterie-Keyboard, das im Schauspielhaus Zürich im Stück Woyzeck eingesetzt wurde, entstand die Melodie, bzw. die drei Melodiekürzel, aus denen sich MIRA II aufbaut, für dieses Lied eher zufällig; der Rhythmus stammt ebenfalls von diesem Keyboard- es handelt sich um einen verschnellerten Reggae mit Begleitautomatik. Die Grundspur wurde im Schauspielhaus auf einem Sofa auf einen MD-Player eingespielt und zuhause mit einigen wenigen Klängen- etwa die hochgepitchten Stimmen im Hintergrund- ergänzt. Gemischt wurde MIRA II vom Stora-Studio in der Nähe von Hamburg von Gavin Schalkalwis und den Welttraumforschern. Der Titel bezieht sich auf ein Programm der WTF, das 1999/2000 entstanden war mit dem Titel MEISTER BIX. Meister Bix, einen Bewohner der Stadt Bretzelberg (siehe unter Bretzelberg), macht sich eines Tages, getrieben von geheimnisvollen Vorzeichen, auf die Suche nach dem Nordkristall, der seinem Leben erst den richtigen Sinn geben wird. In diesem Nordkristall lebt jedoch die Mira- was Bix nicht weiss und die er in diesem Programm, das auf mehrere Teile angelegt ist, auch noch nicht findet. MIRA II ist das letzte Lied dieses ganzen Zyklus- vorweggenommen bereits im Februar 2001 auf der CD-R GESCHICHTEN AUS DEM NORDKRISTALL (Das MonifLabel PP042) veröffentlicht. Wir werden die ganze Geschichte mit Mira II als Krönung zu geeigneter Zeit ganz und fertig erzählen, meinen die Welttraumforscher dazu. MIRA II ist eines der seltenen Stücke, das die WTF zu ähnlichen Taten inspiriert hat wie zehn Jahre zuvor KIP EULENMEISTER. Im Sommer 2000 entstanden verschiedene Kurzgeschichten und Skizzen rund um die Mira. Und weil sie schon dabei waren schrieben die WTF nun noch weitere Geschichten, in denen die fiktiven Figuren ihres Minikosmos jeweils eine Hauptrolle spielten. So entstanden die zehn Texte von GESCHICHTEN AUS DEM NORDKRISTALL, wo neben der Mira auch noch Kip Eulenmeister, Leguan Rätselmann, Beverine Pale und viele andere vorgestellt wurden. Auch einen Videoclip für das Lied sollte es geben; er entstand im Herbst 2000 auf dem Heimcomputer und kompilierte Material von Super-8-Filmen der Forscher aus den frühen 80er Jahren. Schliesslich führten die erweiterten Arbeiten rund um Mira auch zur Idee der Veröffentlichung der ersten CD-R der Forscher. Zunächst hatten die WTF geplant, MIRA II und MIRA I (ein Lied, das zunächst überhaupt nichts mit MIRA II zu tun hatte- so wie MIRA II auch kein Remix oder Version von MIRA I ist- die beiden Stücke entstanden unabhängig voneinander) als Vinyl-Single zu veröffentlichen und GESCHICHTEN AUS DEM NORDKRISTALL als Buch. Weil das aber nicht finanzierbar war tauchte plötzlich die Idee für eine CD-R auf; sie sollte die Mira-Lieder im Audio-Format, die Geschichten als Druckdokument und natürlich auch den Videoclip enthalten. Ergänzt wurde dieses Konzept noch durch drei Remixe der Hamburger Bands KissKissBangBang und Helgoland. So erschien Geschichten aus dem Nordkristall im Februar 2001 und wurde mit einer Lesung am 23.2. im Hamburger Buchladen Wonderword getauft und präsentiert. Die Welttraumforscher Geschichten aus dem Nordkristall Mixed-Media-CD / 5 Lieder, 1 Buch und 1 Videoclip / 2001 / Das MonifLabel PP042 Mikrofolklore
So nannten die Welttraumforscher Mitte der achziger Jahre gerne ihre Musik; vor allem die Cassette BINIKA (1986) wird von ihnen gerne unter diesem Begriff eingeordnet. Mikrofolklore ist instrumentale, sowohl elektronisch als auch akustisch eingespielte, melodiöse und einfache Musik- eine Art Minimalmusik auf Vierspur-Cassettenrecorder. Ein Prachtbeispiel für diese Gattung ist KAFFEE, KUCHEN UND KOMETEN auf BINIKA. Das MonifLabel nannte 1987 seinen zweiten Cassettensampler ebenfalls MIKROFOLKLORE.
Minimumutour
1997, nach dem Erscheinen der CD LEGUAN RÄTSELMANN UND SEINE GEOMETRISCHEN LIEDER, begannen sich mehr Leute für die Welttraumforscher zu interessieren und Kontakte in die grosse, weite Welt wurden geknüpft. So wurde im Sommer dieses Jahres in Hamburg ein WTF-Abend mit Vorträgen, Musik und einem kurzen Gastauftritt der WTF (die gerade auf dem Weg zu den südenglischen Kornkreisen waren) selbst gefeiert und eben der Organisator dieses Abends wollte noch mehr für die Forscher tun; nach einem zweistündigen Special über die WTF im Freier Sender Kombinat Hamburg folgte die Idee für eine erste Tour der WTF durch Deutschland. Nach einigen Schwierigkeiten in der Vorbereitung klappte es dann im Sommer 1998; die WTF gingen mit ihrer neuen CD MUMU im Gepäck und den beiden Gastmusikern Günter Reznicek (Orgel, Gitarre, Glockenspiel), der die Daten organisiert hatte, und David Ganzoni (Cello) auf kleine Tour nach Hamburg, Berlin und Köln. Im August folgten dann vier Konzerte in der Schweiz (Schaffhausen, Zürich, Luzern und Aarau, organsiert von Pipifax). Schon auf dieser ersten Tour bestätigte sich eine Tendenz, die sich später fortsetzte: Dass das Publikum in der Schweiz sich wesentlich schwerer mit den Forscher-Liedern tat als das in anderen Ländern (bis heute sind die WTF in der Schweiz, in Deutschland, in Belgien und in den Niederlanden aufgetreten). Im nachhinein von den WTF die MINIMUMUTOUR getauft war dies die erste Tour der Forscher überhaupt, der im Februar 2002 die 20JAHREWTF-TOUR und im Februar 2004 die VIVINATOUR folgte.
MonifLabel, das
Erwiesenermassen ist das MonifLabel älter als die Welttraumforscher. Es wurde bereits im März des Jahres 1980 begründet, während die Forscher erst im Sommer des darauffolgenden Jahres zum ersten Mal von sich hören liessen. Dieser Umstand ist unserem sehr weltlichen Strategen des Imaginären (ein Welttraumforscher) Katzorke immer ein Dorn im Auge gewesen. Er hätte es lieber umgekehrt gesehen, dass nämlich die Welttraumforscher zum löblichen Zwecke der Verbreitung ihrer Werke ein entsprechendes Veröffentlichungsorgan in eben der Gestalt des MonifLabels ins Leben gerufen hätten. Die ersten vier Tonträger des MonifLabels, die noch vor der Zeit der Forscher aufgenommen wurden, sind aber nie offiziell erschienen. Dies stützt natürlich Katzorkes Bild der Geschichtsfälschung, wonach das MonifLabel erst mit der allerersten Cassette der Forscher HERZSCHLAG ERDE so richtig lebendig geworden ist. So oder so: Von 1981 bis 2004 hat das MonifLabel 51 Produkte veröffentlicht, darunter eine sogenannte Wörterschachtel in winziger Auflage und einige Kassetten befreundeter Musikanten und musikalischer Freunde. Nie geklärt worden ist die Bedeutung des Wortes Monif. Wenn ich richtig unterrichtet bin, äussert sich Katzorke einmal bei unpassender Gelegenheit, so handelt es sich dabei um den Gegenpart von Putanschir. Was nicht gerade viel mehr Licht ins Dunkel bringt. Für Leute, die noch neugieriger als Katzorke sind: Die ersten vier, unveröffentlicht gebliebenen Tonträger des MonifLabels aus den Jahren 1980/81 heissen: Toncollage A, Radio Slogg Of Foam, Vanidras Kult und 20 Filme.
Auf ihrer vierten CD MUMU, die 1998 auf dem MonifLabel erschien, beschworen die Welttraumforscher den geheimnisvollen, dunklen Murmurspace herauf, eine Mischung aus Weltall und Psyche, in denen sich viel Unerklärliches und noch mehr Klangliches- wie es schien- abspielte. Die Erforschung des Murmurspace dauerte mehrere Jahre; schon 1994 war ein Projektkreis gefunden worden, der den Forschern richtig viel zu tun und umzusetzen gab. Die Phänomene des Murmurspace, die vor allem die Zeit, das Bewusstsein und die Dunkelheit umfassen, wurden in zahlreichen kurzen, seltsamen instrumentalen Skizzen festgehalten, die wie gefrorene Chiffren aus dem ewig bewegten und sich verändernden Raum zwischen Psyche und Weltall ragen. Jedes zweite Lied auf MUMU ist ein solches Instrumental, die Titel tragen wie DIP DRIFT oder AFTERNOON OF LIZARDS. Daneben finden sich ordentlich komponierte Lieder, von denen DEINE ALLERSCHÖNSTEN DINGE im Hamburger Lokalradio Karriere machen sollte und auf dem Storage Sampler des Hamburger Labels Stora erschien, und NORDHAUS, das zu den erklärten Live-Favoriten in späteren Jahren der Welttraumforschung werden sollte. Der Titel MUMU stand schon sehr früh fest (ein Arbeitstitel lautete Blühendes Blut) und wurde auch schon mal kritisiert (Klingt wie Momo!). Doch wie das bei den Forschern so ist- steht ein Titel einmal und ist er für richtig befunden worden, so prallen selbst die berechtigsten Einwände an dem Konzept ab. MUMU konnte einfach nicht anders heissen, sagten die Welttraumforscher und erhielten Jahre später eine kleine Bestätigung ihres Tuns, als sie in einem Buch über alte Astronomie mit Verwunderung lasen, das ein geheimnisvoller Planet des Altertums genau diesen Namen trug. Weil die WTF aber auch so Buchstaben-Mystikanten sind, hängen sie sehr an der Bedeutung der Buchstaben m und u (wobei das M das Mütterliche, den motherground bedeutet- den Urgrund des Universums sozusagen-, und das U das Unbekannte- die grösste Energieform im Universum, wie die WTF nicht unbescheiden mitteilten). Mit MUMU entwickelte sich auch ein ganzes Vocabular und wenn man so will Philosophie rund um den Murmurspace, was in Bookletsätzen wie Wenn wir ins Weltall blicken, blicken wir in Wirklichkeit in unser Bewusstsein und Gott begreift nicht äussert und ausserdem zur Entdeckung der Dunkelpiloten führte. mumu gehört zusammen mit WERKSTADT WASSERSTADT sicher zu den psychedelischten Veröffentlichungen der Forscher und markiert sozusagen einen äussersten Pfeiler in der Erforschung des Unbekannten- auf der nächsten CD DAS LICHT LOON von 2000 geht es dann wieder erdiger und unspekulativer zu. Mumuria
Während ihrer Erforschung des Murmurspace fingen die WTF viele Klänge und Kaskadentöne aus eben diesen auf, die sie alle sammelten, ordentlich katalogisierten und niederlegten auf zwei CDs mit den Titeln Mumuria. Diese Klangsammlung wird vielleicht einmal in Zukunft für eine weitere Erforschung des Murmurspace und dessen musikalischer Umsetzung sorgen. Ausserdem ist Mumuria natürlich die Hauptstadt des Murmurspace.
Muschelmänner, die
Mit den Muschelmännern begeben wir uns in die Urgeschichte der Welttraumforscher, in die Ursuppe gewissermassen, wo es von potenten Ideen, ersten Gehversuchen und kruden Konzepten zur Welterklärung nur so wimmelt. Im Frühling 1981 entstand ein neunzigminütiges Cassettenprogramm mit dem Titel VANIDRAS KULT, das nachträglich den WTF zugeschrieben wurde, obschon diese erst im Juli desselben Jahres auf der Erde erschienen waren- so dass man eigentlich mit Recht sagen könnte, die Welttraumforscher seien von Vanidras Kult konzipiert worden und nicht umgekehrt. Hauptpersonen dieser Konzeptcassette waren die Muschelmänner, deren Wirken aus der fernen Geschichte der Erde in recht frei umgesetzten Liedtexten erzählt wurde. Demnach waren die Muschelmänner seltsame Wesen aus dem All, die die Urkraft des Universums mit Namen Vanidra auf unserem Planeten verankerten und damit einen enormen Evolutionsschritt auf der Erde einleiteten, der zwangsläufig in eine kosmisch orientierte Zivilisation mündete (eine nur irdisch ausgerichtete Zivilisation ist, wie unschwer zu erkennen ist, überhaupt keine). Doch wie es auf der Erde sein muss: Neider und Kleingeister hatten nichts anderes zu tun, als diese Zivilisation wenn nicht zu vernichten so doch zurückzuverwandeln in eine irdische, die dann auch prompt in sich zusammenfiel. Die Muschelmänner verliessen die Erde, nicht ohne vorher noch den Vanidras Kult gegründet zu haben, der geheime Zeichen auf der Erde hinterliess, die künftigen Menschen den Weg zur Neuentfaltung der kosmischen Kraft auf der Erde dienen würde. Die Mitglieder des sogenannten Gehirnritzenkomitees als hoffnungslose Provinzler hatten natürlich nichts anderes zu tun, als auch diese Zeichen mit ebensolchen provinziellen Bedeutung abzutun und solche Monster wie Religion und Esoterik daraus zu basteln, womit sie ebenfalls ihr Möglichstes zu deren Fehlinterpretation und vor allem Fehlumsetzung leisteten. Die Zeichen des Vanidras Kult aber gibt es heute noch und wenn man die Welttraumforscher fragt, die die Muschelmänner gerne als ihre Onkels aus dem All bezeichnen, so könnte es sein, dass sie darauf antworten, eben sie seien zur Wiederbelebung einiger einfacherer dieser Zeichen auf den Planeten Erde gereist.
Musik aus dem Koffer
In ihren zeitweiligen Bemühungen, ihre Musik doch irgendwie unter die Menschen zu tragen, ersannen die Forscher 1987 ein Konzept, das sie allerdings nie zu realisieren wagten und vermochten. Fasziniert vom Drang zur Miniaturisierung der technischen Welt wollten sie alle zur Musik erforderlichen Installationen in einem einzigen Koffer unterbringen, mit dem sie dann die Leute besuchen wollten, die sie zu einem kleinen, heimischen Konzert einladen würden. Wohl wäre so ein Konzept heute realisierbar- allerdings nur mit einer Menge Knete, die nicht einmal der sonst so gewandte und glatte Katzorke zu besorgen versteht. Aber es ist noch nicht aller Tage Abend (und hat der Laptop die WTF-Vision Wirklichkeit werden lassen).
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