DIE WELTTRAUMFORSCHER
Das Wörterbuch der Welttraumforschung
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Vierte Cassettenveröffentlichung der WTF im Frühjahr 1987 auf dem MonifLabel. Die C-10 präsentierte lediglich vier Stücke und wurde anstelle der geplanten Cassette HUNDERT SCHRITTE DURCH EUROPA veröffentlicht. FALSCHE BERGE AUF DEM WEG ist ursprünglich der Titel eines Gedichts, das die Forscher im gleichen Jahr vertont haben und das mit sehr ahnungsvollen Metaphern eine dunkle Welt der Zukunft zeichnete. Für die Forscher begann mit FALSCHE BERGE AUF DEM WEG dann auch eine dunkle und unwirkliche Zeit, die erst mit der Ankunft von MEISTER BIX im fernen Jahr 1999 wirklich zu Ende ging. Bezeichnenderweise verzichteten die WTF ohne selbst den genauen Grund zu wissen darauf, das bereits vollständig vorliegende Nachfolge-Werk von Binika, die C-30 HUNDERT SCHRITTE DURCH EUROPA, zu veröffentlichen und entschieden sich für die abgespeckte Vier-Stücke-Version von FALSCHE BERGE AUF DEM WEG. Von dieser Cassette führte ein gerader Weg zu Darktown, das das Thema der inneren Dunkelheit und Unwirklichkeit auf eine ganze imaginäre Stadt ausweitete und weiter noch zu der 1993/4 entstandenen, aber erst 1998 veröffentlichten CD MUMU, die einen entsprechenden Raum mit seinen ganz eigenen Phänomenen und Erscheinungen kreierte. Dermaleinst werden die Forscher wohl in der Lage sein, das seltsame Wirklichkeitsgeflecht dieser Jahre und ihrer Werke vorzulegen- und FALSCHE BERGE AUF DEM WEG wird vielleicht die Türe sein, die zu dieser seltsamen Welt führen wird. Mit THIS COULD BE THE GREATEST LOVE IN TOWN präsentiert die Cassette eines der Lieblingslieder der Forscher, eine Meinung, die auch einige Hörer teilen. So wurde das Stück mehrmals im Sounds auf DRS3 gespielt und tauchte da und dort auch in privaten Hitlisten fleissiger Cassettenhörer und Macher auf. Eine nur geringfügig überarbeitete Version des Stücks wollen die Forscher bei Gelegenheit wieder veröffentlichen (auf der 80er-Jahre-WTF-Kompilation ANGRIFF AUS DER BASTELZONE). Zwei Stücke von FALSCHE BERGE AUF DEM WEG fanden den richtigen Weg auf die Debut-LP der Forscher: WUNDERBAR und ALL THE CITIES.
Die Welttraumforscher
Falsche Berge auf dem Weg
C-12 / 4 Lieder / 1987 / Das MonifLabel PP011


Fee Weissfeuer
Noch eine fiktive Gestalt im Minikosmos der Welttraumforscher, über die diese aber zur Zeit noch gar nichts wissen- nur gerade der Name (den die WTF überaus hübsch und bedeutsam finden) ist momentan bekannt und die Tatsache, dass Fee Weissfeuer die Königin der sogenannten Bonsai-Planeten ist.

Im fünfundzwanzigsten Jahr ihres Bestehens realisierten die Forscher eine Wunschidee, das seit vielen Jahren bereits auf ihre Verwirklichung gewartet hatte, aber aus verschiedenen Gründen nie in Angriff genommen worden war - nämlich ein sogenanntes Familienalbum einzuspielen mit befreundeten Musikern und Weggefährten (in erster Linie jenen, die die Welttraumforscher live begleitet hatten). Die Aufnahmen zu diesem Album begannen im Herbst 2005 in einem Studio in Zürich. In verschiedenen Sessions bis zum Sommer 2006 wurden elf der insgesamt 14 Lieder mit Gästen eingespielt, die die Forscher in ihrem Studio mit ihren Instrumenten besuchen kamen. Nur die Gastsängerin aus den Niederlanden, Danielle Lemaire, schickte ihre Gesangsspuren für das Lied HALCYON DAYS auf einer Mini-Disk, von wo sie in einer fitzeligen Arbeit auf die Spuren im Computer überspielt wurden. Nicht nur ein Familienalbum sollte es werden, befanden die Forscher, sondern auch ein ausschliesslich mit akustischen Instrumenten eingespieltes Werk. Und so sind auf FEENFELD (den Titel erfanden die Forscher nach langen Wortspielen und alchimistischen Denkübungen in ihren Sideria Werkstätten) Instrumente wie Kontrabass und Klavier, Flöten und Cello, Schlagzeug und akustische Gitarren zu hören. Für die Auswahl der Lieder griffen die Forscher auf einen Katalog von Liedern zurück, der bis ins Jahr 1993 zurückreichte, als das sogenannte Loonliederbuch entstanden war. So waren bereits zwei der nun auf Feenfeld stationierten Lieder bereits in ersten Versionen auf einer in winziger Auflage erschienenen Cassette (THE BLUE SET PLAYS THE CRIMSON SUITE) zu hören gewesen. Auch die anderen Lieder warteten nur darauf, nach all den Jahren in neuen, schönen Gewändern endlich einmal auf einem WTF-Album veröffentlicht zu werden. FEENFELD ist eine Platte voller ruhiger, ins melancholische hinübergreifender Herbstlieder geworden, die sich klanglich deutlich von den anderen WTF-Alben unterscheidet - zum Beispiel auch von seinem Vorläfer-Album, von elektronischen Klängen und Klangspielen geprägten OHM OLUNDE. FEENFELD setzte einen vorläufigen Schlussstrich unter die Aufnahmetätigkeiten der Forscher, die sich nach Beendigung des mit tatkräftiger Hilfe des Kontrabassisten und Live-Begleiters Christian Weber realisierten und sehr arbeitsintensiven Albums erst einmal anderen Medien zuwandten - etwa den Texten und den Bildern.
Die Welttraumforscher
Feenfeld
CD / 2006 / Secret Wonder Records 2 - PP054


Feenfeldtour
Nachdem die neu formierte WTF-Band in der klassischen Besetzung Gitarre-Gitarre-(Kontra-)Bass- Schlagzeug am 11.August 2006 ihre erfolgreiche Premiere anlässlich des Stadtsommers in der Frauenbadi in Zürich gegeben hatte, ging es Anfang September auf die Feenfeldtour, benannt nach der (zu dem Zeitpunkt noch unveröffentlichten) CD FEENFELD. Das Programm bestand aus einem bunten Mix aus allen WTF-Schaffensperioden mit einigen überraschenden Neu-Interpretationen von geheimen Lieblingsliedern der Forscher - etwa AUGENBLICKSARCHITEKTUR und SCHNEEFLOCKENFENSTER. War das Familienalbum FEENFELD die Realisation einer langjährigen Wunschidee der Forscher, so die WTF-Band ein noch viel länger gehegter geheimer Wunsch - nämlich einmal geeignete WTF-Lieder in der traditionellen Band-Besetzung live zu spielen. Zwei entsprechende Versuche waren 1990 und 1995 erfolglos abgebrochen worden.
Die Konzerte: 1.September im Wagenmeister in Basel, 2.September am Pleinopenair in Brüssel (B), 4.September in Deux-Acren (B), 5.September im Extrapool in Nijmegen (NL), 5.September im Haus 73 in Hamburg, 8.September im Kino Krokodil in Berlin (D) und am 9.September in der Galerie parismoskau in Leipzig (D).


Fictionary
Am 8.8.1988 starteten die Forscher ein Unternehmen mit diesem Namen. Fictionary sollte sich, wie der Name schon sagt, um Fiktionen, Utopien und imaginäre Welten kümmern. In erster Linie verfolgten die Forscher dieses Ziel mit einer eher lückenhaften Lektüre, doch schliesslich konnte unter diesem Titel im Frühjahr 1989 die erste Installation der Forscher in Zürich präsentiert werden. Weiterhin sammelten die Forscher alles, was im weitesten Sinne mit diesem Thema zu tun hat, obwohl das Projekt spätestens 1990 keinen direkten Einfluss mehr auf ihre Forschungstätigkeiten hatte.

Für den Titel ihrer zweiten, im Herbst 1989 auf dem MonifLabel erschienenen LP sowie für deren Grundkonzeption liessen die Forscher sich vom Begriff der Folklore des Weltalls inspirieren, den sie erstmals im Jahr 1982 gefunden hatten und der nicht unmassgeblich während den Aufnahmen zur Cassette DIE SINGENDE STERNLATERNE in ihren Köpfen herumgegeistert war. Immerhin heisst ja eines der dort veröffentlichten Lieder MONDFOLKLORE. Ursprünglich planten die Forscher, entsprechend der Reihenfolge der Planeten in unserem Sonnensystem die Stücke auf die beiden Seiten der LP anzuordnen. Da beispielsweise Merkur der innerste Planet in unserem heimatlichen Sonnensystem ist, wäre das Lied, das von Merkur handelt, auf der LP als letztes Stück- also als innerstes Stück, wenn man auf die Platte schaut- zu hören gewesen, während das erste Stück natürlich von Pluto gehandelt hätte. Weiter war geplant, auf der einen Seite träumende, auf der anderen Seite tanzende Stücke zu präsentieren- dementsprechend hätte das erste Stück auf der ersten Seite TRÄUMENDER PLUTO, das erste Stück auf der zweiten Seite hingegen TANZENDER PLUTO geheissen. Soweit als möglich sollten die Lieder auch ohne Texte oder wenn, dann mit Texten in seltsamen Sprachen der jeweiligen Planeten auskommen. Diese an und für sich verführerische Konzeption war den Forschern aber während der Aufnahmen zur LP im Frühjahr 1989 doch eher hinderlich und zu umständlich und so löste sich die strenge Reihenfolge immer mehr auf in ein Sammelsurium von Stücken, die mehr oder weniger im Zeichen des Weltalls standen. Doch auch äusserst irdische Themen wie langweilige Sonntage fanden ihren verdienten Platz in den Rillen dieser zweiten Vinylscheibe aus der Forschungswerkstatt der WTF. Nachdem FOLKLORE DES WELTALLS, die in einer einmaligen Auflage von 300 Stück gepresst worden war, Ende der neunziger Jahre als vergriffen galt tauchte vorübergehend eine CD-R-Version im Katalog des MonifLabels auf.
Die Welttraumforscher
Folklore des Weltalls
LP / 1989 / Das MonifLabel PP018


Free Energy Geometry
Die Welttraumforscher definieren den im Zusammenhang mit der Arbeit an der vierten CD MUMU entdeckten Begriff Free Energy Geometry in ihrem Handbuch wie folgt: Die durch das Auslegen bestimmter Dinge in einer bestimmten Geometrie erzeugte, bislang noch unbekannte Form der unbegrenzten Gewinnung freier Energie. Für die Forscher steht fest, dass allein durch die Ausrichung und Harmonisierung von Materie in bestimmten Verhältnissen und Winkeln Energie erzeugt werden kann und rechnen in naher Zukunft mit deren Entdeckung in der Folge des Erscheinens von Sideria in ihrer Welt. Free Energy Geometry nannten die WTF ausserdem ihre grafische Abteilung, die sich später allerdings den umgänglicheren (und ebenso vergänglichen) Namen Blumenrakete zulegte.
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