DIE WELTTRAUMFORSCHER
Das Wörterbuch der Welttraumforschung
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Cassettenjahre, die
Als solche bezeichnen die Welttraumforscher die Jahre 1981-88, in denen sie ihre Musik ausschliesslich auf Cassetten veröffentlichten, inspiriert von der damaligen sogenannten Cassettentäterszene, die vor allem in Deutschland (aber ebenso weltweit) aktiv Cassetten herausgab, tauschte und - natürlich auch auf Cassetten - besprach und rezensierte. Das Medium Cassette kam den Forschern sehr entgegen, war es doch handlich, billig und unkompliziert. Cassetten können problemlos zuhause aufgenommen und kopiert werden und als Cover genügt eine Fotokopie. Dieser Gedanke der Einfachheit und des geringen Aufwands, der Raum liess für alle möglichen Ideen, Projekte und verrückte Umsetzungen (was machte das schon, wenn die Cassette nur drei Nasen interessierte- dann kopierte man eben nur drei Stück davon) gefiel den WTF ausnehmend und er blieb auch in den Jahren nach 1988 bestimmend für ihr Tun. Gerade die Tatsache, unabhängig von der Industrie in seinem eigenen Zimmer kleine Werke zu basteln, die die Welt verändern würden (natürlich), war auch in Zukunft nicht aus der Welttraumforschung wegzudenken und so hat sich die Arbeitsweise der Cassettenjahre nicht gross verändert- nur die Tonträger wurden erwachsen wenn man so will. Ab 1989 veröffentlichten die Forscher ihre Musik auf Vinyl, ab 1993 auf digitalen Datenträger. Sie vergassen aber die Cassette nie: Alle je veröffentlichten WTF-Tapes sind immer noch im WTF-Shop erhältlich und auch im 21.Jahrhundert erscheinen neue Cassetten der Forscher; zuletzt im November 2001 der Sampler EXPERIMENTE UND EXPEDITIONEN mit Raritäten, Sampler-Beiträgen und Gerngehörtem aus den Cassettenjahren und 2004 CAFÉ KOSMOS mit neuen Liedern.

Immer mal wieder griffen die Welttraumforscher gerne auf ihr erstes Medium zurück und veröffentlichten eine Cassette; doch im Frühling 2004 schien dieses Thema wirklich ein für alle mal erledigt zu sein - und schon gar nicht dachte man an eine Cassette mit ausschliesslich neuem Material. Doch genau diesen Spleen erlaubten sich die Forscher mit CAFÉ KOSMOS, der ersten Cassette aus der Welttraumforschung mit neuen Liedern seit 1989. Wie es dazu kam können die Forscher heute nicht mehr so genau sagen. Vielleicht war es einfach ein sentimentaler Einfall oder nüchterner die Tatsache, dass endlich mal wieder leere C-30 in den Sideria Werkstätten eingetroffen waren, die nun auf die Bespielung warteten. Nun gab es im Frühsommer 2004 eine Reihe von unveröffentlichten, teilweise halbfertigen Stücken, zurückreichend bis ins Jahr 2000 - Jahre, die nicht gerade als grosse Produktionsjahre in die Annalen der Welttraumforschung eingingen - tatsächlich nahm die Anzahl neuer WTF-Lieder nach der Sonnenfinsternis im August 1999 rapide ab. Die WTF überarbeiteten diese Stücke oder vollendeten sie erst jetzt, mischten sie am Heimcomputer ab, dachten sich den Titel für die neue Cassette aus, zeichneten das Cover und voila - am 1.Juli 2004 erschien CAFÉ KOSMOS auf dem MonifLabel wie in alten Tagen - von Hand zuhause am Tapedeck kopiert, mit fotokopiertem Cover und in einer ersten Auflage von 12 Stück. CAFÉ KOSMOS ist vor allem ein Dokument entspannten Pröbelns und unambitionierter Hausrecording-Attitüde, die den virtuellen Raum im Computer als Musikstudio erschafft und schon wie die minimalistisch geprägte Cassette Binika von dem Zueinanderlegen einzelner Spuren und Tonereignisse lebt. Ihr Ambitionen richteten die Forscher für Café Kosmos deutlich aus auf frühere Cassettentäter-Werkeleien und so kann diese durchaus als Fortsetzung des Bretzelbergpops mit erweiterten (digitalen) Mitteln angesehen und in diesem Sinne in den wachsenden Katalog des ARCHIV DER TIEFE aufgenommen werden.
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